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Als die besten Schutzmasken der Welt schneller produziert werden mussten

Könnten wir eine neue Produktionslinie in Rekordzeit aufbauen? Das fragte sich Lars-Eric Ericsson vom österreichischen Maschinenhersteller ENGEL. Lars-Eric war von dem Schutzmasken-Innovator Tiki Safety aus Stockholm kontaktiert worden. Die Anfragen strömten herein – doch die Kapazitäten reichten nicht aus. Normalerweise dauert es drei bis vier Monate, eine neue Linie in Betrieb zu nehmen. Könnten wir das in nur einem Monat schaffen?

När världens bästa skyddsmasker behövde produceras fortare

Die Corona-Krise veränderte den Alltag auch für den Schutzmaskenhersteller Tiki Safety außerhalb von Stockholm. Anfragen kamen praktisch aus allen Krankenhäusern in ganz Schweden. Schon bald ging es um Großaufträge – unter anderem von der Region Stockholm, aber auch aus den USA, China, Korea, Thailand und Großbritannien.

Man stand vor einer klaren Entscheidung: entweder ein endgültiges Nein auszusprechen – oder den mutigen Schritt zu wagen und in Rekordzeit eine neue Produktionslinie aufzubauen. Doch würde ein Automationsspezialist diese Herausforderung meistern können? Und würde sich jemand auf solch extreme Rahmenbedingungen einlassen?

Für Viren entwickelt – für Asbest eingesetzt

Mikael Klockseth, Geschäftsführer von Tiki Safety, erzählte unserem Vertriebsmitarbeiter Jonas Bülow, dass die Schutzmaske bereits einige Jahre zuvor entwickelt worden war – mit dem Ziel, vor gefährlichen Viren wie Corona und Ebola zu schützen. Da es jedoch oft mehrere Jahre dauert, bis Produkte im Gesundheitswesen Aufmerksamkeit erhalten, zugelassen und beschafft werden, war man zunächst gezwungen, sich auf andere Branchen zu konzentrieren – etwa dort, wo Asbest- oder Quarzstaub ein ernstzunehmendes Arbeitsschutzproblem darstellt.

„Dass Daniels Frau Krankenschwester ist, gab dem Engagement einen zusätzlichen Antrieb.”

Warum Tikis Maske etwas Besonderes ist

Mikael erklärte weiter, warum Tikis Maske die beste ihrer Art ist. Er zeigte den integrierten Ventilator, der zum einen Kondensbildung verhindert und zum anderen einen leichten Überdruck im Inneren des Visiers erzeugt – was das Atmen deutlich erleichtert. Er demonstrierte, wie das Visier aus PET-Kunststoff dicht an der Haut anliegt, sich die Maske jedoch dank der weichen Dichtung aus TPE-Kunststoff dennoch angenehm tragen lässt.

Anschließend schaltete Mikael die integrierte LED-Beleuchtung ein, die für bessere Sicht sorgt, und schloss mit dem stolzen Hinweis, dass Tikis Maske drei- bis viermal leichter ist als andere Masken mit vergleichbarem Schutzniveau, kein klaustrophobisches Gefühl vermittelt, das Sprechen erleichtert – und trotz all dieser Vorteile etwa nur halb so teuer ist wie vergleichbare Produkte der Wettbewerber.

Fünf statt 15–20 Wochen?

Auf dem Werksgelände in Rotebro ließ sich Jonas von der Aufgabe begeistern und wagte es, Mikael zu sagen, dass es tatsächlich möglich sein könnte, innerhalb von nur fünf Wochen eine neue Produktionslinie für Tiki aufzubauen – statt der üblichen 15 bis 20. Doch was würde man dazu zu Hause in Jönköping sagen?, fragte sich Jonas. Und würden auch die übrigen notwendigen Lieferanten mitziehen? Wie würde ABB reagieren, die bei der Roboterlieferung unterstützen müssten? Und wie würden die anderen Schlüssellieferanten auf ein derart ambitioniertes Vorhaben reagieren?

3Button Group Case Tiki
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Der Wille zu helfen

Zurück in Jönköping entschieden wir uns, andere Projekte vorübergehend zu pausieren und sofort mit der Konstruktion der neuen Tiki-Produktionslinie zu beginnen. Die Projektleitung übernahm Daniel Alpenberg. Dass seine Frau Krankenschwester ist, verlieh dem Engagement zusätzliche Motivation.
Auch ABB zeigte sich sehr kooperativ und unterstützte das Projekt mit guten Konditionen für die Lieferung der Roboter. Und da die Technologiemesse auf dem Elmia-Gelände abgesagt worden war, stand bei Engel zufällig genau die passende Maschine in Jönköping bereit.

Auch mehrere weitere Lieferanten leisteten Großartiges, um extrem schnell liefern zu können. Es war beeindruckend zu erleben, wie groß die Bereitschaft war, zu helfen, als die Aufgabe eine besondere Bedeutung bekam.

Eine Woche schneller

Wir hatten fünf Wochen eingeplant – doch bereits nach vier Wochen stand die neue Produktionslinie. Heute entnimmt und positioniert ein ABB-Roboter die Visiere aus PET-Kunststoff im Werkzeug, in dem die abdichtende und komfortschaffende Kunststoffkomponente von der ENGEL-Maschine angespritzt wird.

Direkt nach der Installation konnte Tiki Safety seine Kapazität um das Zehnfache steigern. Nach weiteren Anpassungen durch ein neues Werkzeug und die Ergänzung einer Druckprüfung der Maske erhöhte sich die Kapazität sogar auf das Zwanzigfache. Die großen Aufträge können nun zuverlässig erfüllt werden.

Mikael Klockseth von Tiki Safety sowie wir bei Front Automation, ENGEL und ABB sind uns einig: Dieses Projekt fühlte sich rundum richtig an.

3Button Group, New production line in place
3Button Group, New production line in place

Ein besonderer Dank

Neben unseren Partnern ABB und ENGEL gibt es eine Reihe weiterer Lieferanten, die dieses Projekt möglich gemacht haben. Unser herzlicher Dank gilt Gimatic, Aluflex, Addema, Festo, Trans El Matic, Phoenix Contact, Troax, SICK, Pivac, Väner Tekno, Kinne Lego, KSAB und Fam Karlsson Pulverlack.

3Button Group – Robotersysteme für die Automatisierung